Unimog U1300L


Unser Fahrzeug haben wir so ausgelegt, dass wir zu zweit dauerhaft darin wohnen können. Ein wichtiger Punkt dabei ist für uns ein möglichst hoher Autarkiegrad. Da wir grundsätzlich sparsam mit unseren Ressourcen umgehen, kommen wir mit den verbauten Komponenten rund 20 Tage problemlos im Inselbetrieb zurecht, was uns viel Freiheit bietet, um auch in entlegene Gebiete vordringen zu können.
Das warme Wasser erzeugen wir über einen elektrischen Boiler mit 600 W Heizleistung bei 230 V und einem Volumen von 10 Litern. Durch das anschließende Mischen mit kaltem Wasser entstehen daraus rund 25 Liter warmes Wasser.
Um den kompletten Inhalt aufzuheizen, benötigt der Boiler ca. 30 Minuten. Da er während der Nutzung kontinuierlich nachheizt, reichen für uns in der Praxis bereits 10 Minuten Vorlaufzeit aus, um genügend warmes Wasser für zwei Duschen zu haben.
Unsere Bordelektrik basiert auf einer Batteriekapazität von 240 Ah. Da eine LiFePo-Batterie verbaut ist, können wir rund 90% der Kapazität nutzen, was für uns im normalen Alltag problemlos ausreicht.
Bei intensiver Nutzung, insbesondere durch den Laptop und gleichzeitig schlechtem oder stark bedecktem Wetter, reicht die verfügbare Energie für etwa 1,5 Tage aus. An sonnigen Tagen liefert unsere Solaranlage hingegen ausreichend Energie, sodass praktisch dauerhaft Strom zur Verfügung steht.
Unser Wechselrichter hat eine maximale Dauerleistung von 1.600 W und setzt damit bestimmten Anwendungen Grenzen. Für unseren Bedarf ist das jedoch kein Problem, da unser Induktionskochfeld mit maximal 1.500 W gleichzeitig der größte Verbraucher im Fahrzeug ist. Alle anderen Geräte liegen deutlich darunter.
Sollte die Batterie dennoch einmal entladen sein, steht ein 40A Ladebooster zur Verfügung. Damit kann die Batterie theoretisch innerhalb von sechs Stunden Fahrtzeit wieder von 0 auf 100% geladen werden. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, bei vorhandenem Landstrom unseren Aufbau extern zu versorgen.
Neben dem Induktionskochfeld nutzen wir zusätzlich einen Gaskartuschenkocher sowie einen Benzinkocher. Die drei Systeme kommen je nach Situation unterschiedlich zum Einsatz.
Das Induktionskochfeld verwenden wir überwiegend im Innenraum, da es sich im Alltag als die praktischste Lösung erwiesen hat. Gleichzeitig ist der Energiebedarf vergleichsweise hoch, was sich vor allem bei schlechtem Wetter oder bei Gerichten mit längerer Kochdauer bemerkbar macht. Für ein Gericht wie Nudeln mit Soße benötigen wir etwa 45Ah, für zwei Steaks rund 15Ah.
Der Benzinkocher kommt ausschließlich im Außenbereich zum Einsatz. Er wird vor allem dann genutzt, wenn eine längere Kochdauer erforderlich ist oder größere Mengen zubereitet werden. Kraftstoff ist jederzeit an Tankstellen verfügbar, und mit einem 10-Liter-Benzinkanister lässt sich über einen sehr langen Zeitraum kochen. Durch die zwei Flammen ist auch das parallele Zubereiten mehrerer Komponenten möglich.
Den Gaskartuschenkocher verwenden wir hauptsächlich für kleinere Gerichte oder wenn kurzfristig eine Kochmöglichkeit benötigt wird. Er ist schnell einsatzbereit und erzeugt eine vergleichsweise kleine, gut regulierbare Flamme. Wenn die elektrische Energie gerade nicht ausreicht, nutzen wir ihn als Alternative, um im gelüfteten Innenraum zu kochen.
Als Kühllösung verwenden wir eine Zwei-Zonen-Kompressor-Kühlbox. Dadurch können wir im kleineren Fach bei Bedarf Lebensmittel einfrieren, während das größere Fach als normaler Kühlbereich genutzt wird.
Wenn keine Gefrierfunktion benötigt wird, eignet sich das kleinere Fach gut für empfindlichere Lebensmittel wie Wurst, Käse oder Gemüse.
Ein Vorteil der Box liegt darin, dass beim Öffnen die kalte Luft weitgehend im Innenraum bleibt und nicht sofort entweicht wie bei einem klassischen Kühlschrank. Dadurch bleibt die Temperatur stabiler und der Energieverbrauch geringer.
Zudem lassen sich die Lebensmittel in der Box besser sichern, was sich insbesondere während der Fahrt bemerkbar macht – auch wenn ein Kühlschrank im Alltag insgesamt komfortabler in der Handhabung wäre.
Im Juli 1985 erhielt er seine erste Zulassung und stand fortan im Dienst der deutschen Bundeswehr.
Recherchen in Fundstücken aus dem Fahrzeug sowie in mitgelieferten Unterlagen zeigen, dass er in diesem Zeitraum im Rahmen des KFOR-Kontingents im Kosovo eingesetzt war.
Den restlichen Werdegang konnten wir leider nicht weiter erforschen.
Nach 31 Jahren im aktiven Dienst erreichte er sein „Rentenalter“ und wurde außer Dienst gestellt.
Nach rund zwei Jahren Standzeit im Materiallager Süd in Karlsruhe wurde das Fahrzeug zur Veräußerung freigegeben.
Im Juli 2018 konnten wir den Unimog schließlich über die VEBEG ersteigern.
Trotz seines Alters und der langen Standzeit, in der er allen Witterungen ausgesetzt war, befand sich das Fahrzeug in einem erstaunlich guten Zustand und wies nur ein paar kleinere Mängel auf.
Leider konnten wir das Fahrzeug bei der Besichtigung nicht Probe fahren und mussten daher „die Katze im Sack“ kaufen.
Bei der Abholung wurde es daher kurz spannend, ob er anspringt – doch der erste Startversuch genügte und der Motor lief sofort.
Kurz darauf begann seine erste Reise: rund 300 Kilometer weiter östlich zu seinem neuen Zuhause.
Seitdem hat für unseren Unimog eine zweite Dienstzeit begonnen – als Expeditionsmobil. Nun darf er die Welt in friedlicher Mission bereisen.
Der erste Aufbau wurde fertiggestellt, damals noch im Farbton „Elfenbein“ (RAL1014)
Nach drei Jahren im Reiseeinsatz, in denen er quer durch Europa rollte, stellten sich jedoch einige Optimierungsansätze im Aufbau heraus. So entstand der Entschluss, einen neuen verbesserten Aufbau anzufertigen.
Nach etwas mehr wie ein Jahr Planungs- und Bauzeit war schließlich auch der neue Aufbau fertiggestellt.
Der Anstrich in Elfenbein wich einem resedagrünen Farbkleid, und auf einer vierwöchigen Erprobungsfahrt nach Norwegen konnte sich der neue Aufbau erstmals in der Praxis bewähren.
Gefolgt von einigen kleineren Touren bis hin zu unserer letzten fünfmonatigen Reise im Jahr 2025 bewies sich das neue Konzept als sehr angenehm und gelungen.