Unimog U1300L

Der Unimig U1300L ist wohl der gängigste Unimog in der Overlanderszene. Aber warum ist das so? Was zeichnet diesen Typ für ein Expeditionsmobil aus? Und welche größen am Aufbau sollte man beachten?

 

Will man in der 7,5t Klasse bleiben ist die Auswahl zwar nicht so klein wie man denken könnte, dennoch nicht gnaz so einfach. Möchte man z.B. mit Kind und Kegel reisen ist eine Doppelkabine fast unumgänglich. Hier wird die Suche nach einem passenen Fahrzeug nicht mehr ganz so einfach da ein Unimog mit Doka doch eher an seltenheit grenzt, sofern man einen gebrauchten will der auch noch bezahlbar sein soll. Will man jedoch alleine oder zuzweit Reisen so gibt der Markt ziemlich viele Basisfahrzeuge her vorallem den U1300L, den man vom Militär reichlich erwerben kann.

 

Warum genau diesen Unimog Typ?

 

Um die Frage zu beantworten muss man etwas in die Geschichte des Unimogs eintauchen. Blicken wir einmal zurück in die Geburtsstunde des Unimog. In der Zeit nach dem 2. Weltkrieg dominierte zumal der Ackerbau mit Hilfe von Nutztieren. Um die Landwirtschaft Leistungsstärker zu machen entwickelte Albert Friedrich ein Allzweckfahrzeug mit hoher Geländegängigkeit, vier gleich großen Reifen und einer Spurbreite von zwimlich genau 2 Kartoffelreihen.

 

In den mittlerweilen mehr als 70 Jahren die es dieses Fahrzeug gibt hat sich ausser an der Technik relativ wenig verändert. Primär ist der Unimog ein Landwirtschftliches bzw. Kommunal Fahrzeug mit Zapfwellengetriebe, Front und Heck anbauplatten, diversen Nebenabtrieben und eine Hydraulikanlage. Erst die Einführung bei den Militärs der Welt machte den Unimog est wirklich brauchbar für die Nutzung als Fernreisemobil.

 

 

Ein Radstand von 3,25m bzw 3,70m lässt eine geräumige Kabine zu. Die Motorleistung ist zwar immer noch etwas mager, aber dennoch schafft man Problemlos 80 km/h Reisegeschwindigkeit. Durch die festverbaute Watanlage sind Wasserdurchfahren bis zu 1,20m materialschonend möglich und auch der Verzicht auf die Agraraustattung sind ein Markantes Detail was dieses Fahrzeug so geeignet macht. Mit einem Leergewicht von gut 4.200 Kg (Ohne Pritsche) hat man rund 3.300 Kg Zuladung was  durchaus beachtlich ist für die Gewichtsklasse. Auch der kurze Radstand macht das Fahrzeug extrem wendig somit sind auch enge passagen leicht zu befahren.

 

Techniche Daten

 

  • Radstand:  3,25 m
  • Spurweite:  1,86m
  • Abmessung: 5,59m x 2,30m x 2,63m
  • Bodenfreiheit: 43,5 cm
  • Böschungswinkel vorne/hinten: 46°/51°
  • Wattiefe: 80 – 120 cm
  • Pritschenfläche: 2,32m x 2,14m x 0,45m
  • Ladehöhe: 1,4m
  • Höchstgeschwindigkeit: 96 Km/h
  • Wendekreis: 14,1m
  • Leergewicht: 4.430 Kg
  • Maximalgewicht: 7.500 Kg
  • max. Achslast: 4000 Kg
  • Kraftstoffverbrauch: 17,5L/100 Km
  • Kraftstofftank: 160L

 

 

 

Der Markt

Mit der Einführung in die Bundeswehr wurden bis 1993 rund 22.000 Fahrzeuge in Dienst gestellt. Nachdem diese Fahrzeuge nun ihr geplantes Dienstalter von 30 Jahren langsam erreichen werden immer mehr von ihnen ausgemustert und sind käuflich zu erwerben. Das ein Unimog nicht zu den billigsten Fahrzeugen gehört ist, denke ich, weitläufig bekannt. Dafür bekommt man auch den „Service“, Ersatzteile egal  welcher Art in fast jedem Land der Erde problemlos und zeitnah zu bekommen. Auch das Fahrzeug an sich bietet eine herrausragende Basis da alle interessanten Punkte zur Wartung und Reperatur leicht und ohne großen Aufwand zugänglich sind.

 

Aber wo soll man diesen nun Kaufen?

Manchmal sind die Schäden bekannt – manchmal auch nicht

Diese Frage ist auch etwas knifflig. Wenn man man ein Rundum sorglos Paket will ist man wohl bei einem Händler gut beraten, da hier die Fahrzeuge meist etwas saniert werden und man dort auch eine Gewährleistung auf Funktionalität hat. Diesen Service lässt sich der Händler logischerweise auch zahlen und  legt für ein Fahrzeug in gutem Zustand im Schnitt rund 22.000€ hin (Stand September 2020).

 

Wer es günstiger haben will der ist z.B. bei der Vebeg oder den Zoll-Auktionen besser aufgehoben. Hier wird alles was der Bund von Steuergeldern beschafft hat und nun zu alt oder defekt ist verkauft. Jedoch muss man bei dieser Methode der Beschaffung mit unter viel Gedult mitbringen, denn meist kommen die Fahrzeuge Intervallweise online, oder auch direkt im Paket von mehreren Fahrzeugen in einer Ausschreibung. Man sollte auch eine Vorliebe haben die Katze im Sack zu kaufen, denn Probe fahren ist nicht, es wird gekauft wie gesehen!. Was natürlich heißt, dass man hier ein Premium Fahrzeug für wenig Geld ersteigern kann aber auch viel Geld für eine Schrottmühle ausgeben kann. Für einen U1300 wird hier im Schnitt 10.000 zzgl. MwSt. fällig (Stand September 2020). Es muss auch erwähnt werden, dass das Fahrzeug binnen 14 Tagen nach Zuschlag am jeweiligen Lagerort abzuholen ist und das kann in jedem Winkel Deutschlands sein. Ebenso kann es möglich sein, dass das Fahrzeug den Weg in die Heimat nur auf dem Tieflader antreten kann.

 

Der Zustand der Fahrzeuge schwankt enorm. Mit Glück ersteigert man ein Depot Fahrzeug das noch nie wirklich Arbeit gesehen hat und eher tot gewartet wurde, oder eben auch den Lastenesel mit dem alles gemacht wurde. Offensichtliche und bekannte Mängel werden bei den Ausschreibungen genannt, was jedoch keine Garantie bedeutet. Sollte man Ersatzteile benötigen ist die Vebeg auch ein heißer Tipp, denn hier werden ab und zu Palettenweise Teile verkauft (meistens 3-5 Achsen und 1-2 Getriebe auf einer Ausschreibung), oder man ersteigert direkt ein Unfallfahrzeug für kleines Geld.

 

Welche Kabinen Maße sind möglich?

Zentimeterarbeit – Wenn es drauf ankommt

 

Möglich ist grundsätzlich viel, jedoch bildet eine Kabine mit einer maximallänge von 3,8m noch die ursprüngliche Geländegängigkeit ab. In der Breite sollte es meines Erachtens die 2,4m Marke nicht überschreiten, damit auch engere Stellen noch überwunden werden können. Zudem kann man bis zu dieser breite die Orginalspiegel verwenden. Wobei man die Länge und die Breite noch unter Umständen mit ein paar Tricks und Hilfsmitteln kompensieren kann wenns mal drauf ankommt, ist bei der Höhe nicht mehr viel zu machen, außer vielleicht ein paar Zentimeter durch die Reifenluft. Daher empfiehlt es sich die Kabine so niedrig wie möglich zuhalten. Eine Kabinenhöhe im Außenmaß sollte nicht höher wie 2,1m sein da sich hier mit dem Zwischenrahmen eine Ungefähre Höhe von 3,5m ergibt. Schrägt man die Kabine vorne wie hinten noch etwas an gewinnt man zusätzlich Freiheit am Heck, was beim Rangieren oder im Gelände definitiv nicht nachteilig ist. Im vorderen Bereich hat man eine etwas bessere Aerodynamik und somit einen reduzierten Kraftstoffverbraucht. Der ein oder andere Ast gleitet doch besser über das Fahrzeug an einer Schräge als an einer Geraden Wand ab.

 

Fazit

Wenn man mal den Mythos Unimog aussenvor lässt zeichnet sich dieses Fahrzeug durch den sehr kleinen Wendekreis aus, dazu ist das Fahrzeug agil genug um auch engere Kurven, Stellplätze etc. hervorragend zu meistern. Der Fahrkomfort ist in der Basisversion zweckmäßig mehr auch nicht, jedoch kann man dies mit den ein oder andern Investitionen aufbessern. Im schweren Gelände und abseits der Straßen zeigt das kleine Kraftpaket seine wahre stärke – Hier wird er nur durch den Schwerpunkt der Kabine limitiert. In meinen Augen stellt dieses Fahrzeug die optimale Kombination aus Wendigkeit, Geländegängigkeit und Gewicht da und ist für 2 Personen ideal.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wirft man mal einen Blick quer Feld eind was so an Fahrzeugen in dieser Klasse unterwegs sind sieht man mittlerweile immer häufiger den Klassiker der Feuerwehr und des THW den Magirus 90-16 oder XXXXX.

 

 

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